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NORDICS Tallinn (Estland)

Erstellt am: 13.09.2015, 12:09 Uhr

NORDICS – Beyond Borders 20.-23. August 2015 in Tallinn (Estland)

4:00 Uhr Donnerstagmorgen irgendwo im Saarland. Zwei müde Saarländerinnen (Namen wurden anonymisiert und wir nennen sie der Einfachheit halber Mal Sandra und Nicole) stehen auf und machen sich auf den Weg zum Flughafen. Reiseziel: Tallinn im wunderschönen Estland.

Kaum dort angekommen, treffen wir bereits am Gepäckband eine weitere Person aus Deutschland (wir nennen sie einfach Julia). Auch unseren EVP Steven Wilson erkennt man auf 100 m Entfernung schon. Die letzten Koffer waren dann auch endlich unsere und ab ging es zum Taxi um dann zum ersten Mal in unserem Leben Tallinn zu entdecken.

Nach einem kurzen Check In im Hotel, ging es dann auch gleich weiter, die wunderschöne Altstadt zu Fuß zu erkunden. Und da frische Luft und Bewegung bekanntlich hungrig machen, beschlossen wir uns erst einmal den kulinarischen Besonderheiten des Landes zu widmen: lecker Elch in Biersoße für Sandra! Gestärkt durch den kleinen Imbiss wollten wir uns mit kurzem Zwischenstopp im Hotel auch schon auf zur offiziellen Eröffnungsfeier machen. Wollten! Stattdessen entschieden wir uns – wenn auch unfreiwillig -  für einen weiteren ausgiebigen Altstadtbummel und kamen immerhin mit nur 45 minütiger Verspätung vor unserem Hotel an. Und dann passierte, was auf jeder Konferenz passiert: „Excuse me girls, but are you also from JCI?“ ... Wir stießen direkt auf eine Gruppe unseren estnischen Gastgeber. Nach kurzem Konferenz-Small Talk, nutzten wir die Gelegenheit und fragten nach einer detaillierten Wegbeschreibung zum Treffpunkt mit der restlichen deutschen Delegation. Glücklicherweise erkannten unsere Gastgeber jedoch, dass er sicherer ist uns direkt dorthin zu geleiten, statt Gefahr zu laufen, dass wir uns nochmals die gesamten Sehenswürdigkeiten der Altstadt anschauen. Wohlbehalten kamen wir am Treffpunkt mit den 8 weiteren Wirtschaftsjunioren an und nach einem kurzen Kennenlernen, Informationsaustausch und typisch estnischen Kaltgetränken (Bier genannt), machten wir uns gemeinsam auf zur Abendlocation – dem Tallinn Song Festival Ground.

Traditionell begann die Konferenz am nächsten Morgen mit der Opening Show. Der erste Keynote Speaker Max Kalbfell (Regional Manager BMW Sales Region Europe bei BMW Group aus München) beschäftigte sich mit der Zukunft der menschlichen Mobilität erzählt. Mittlerweile gehe es nicht mehr um nur um die Produktion reiner Autos, sondern auch dem damit verbundenen Lifestyle. Die Zukunft sieht Max eindeutig im Elektroauto und somit im Fall von BMW in der i-Serie. Da sich Elektroautos in Skandinavien im Gegensatz zu Deutschland bereits hoher Beliebtheit erfreuen, stießen seine Visionen auf absolute Begeisterung. Im direkten Vergleich auf den bekannten Hersteller Tesla angesprochen, muss Max dann auch einräumen, dass Tesla BMW zwar in der Laufleistung schlägt, BMW jedoch auf eine komplett neue Art des Elektroautos setze und wir uns in Zukunft nicht nur auf eine Ausweitung der Produktpalette, sondern auch auf längere Laufleistungen der Batterie freuen dürfen – und dass bei gerade einmal der Hälfte des Fahrzeuggewichts der Konkurrenz. Nun denn… warten wir es ab.

Auch die nächsten Workshops drehten sich um neue Wege, Grenzüberschreitungen, …

Den Nachmittag nutzen wir für eine kleine Stadtrundfahrt. Hier ein paar Fakten:

  • Tallinn liegt im Finnischen Meerbusen der Ostsee und ist ca. 80 km von Helsinki entfernt. Und dies spiegelt sich auch in den Touristenzahlen von Tallinn wieder. Von 9 Mio. Touristen kommen 7 Mio. aus Finnland.
  •  man erzählt, dass der estnische digitale Fußabdruck in der Welt größer ist, als man denkt – oder hättet Ihr gewusst, dass z.B. Skype aus Estland kommt?
  • Die Einkommenssteuer wird hier zu ¾ übers Internet erledigt.
  • Selbst in der Schulbildung ist das Internet ein wichtiger Baustein. So werden z. B. darüber die Hausaufgaben verteilt.
  • Estland ist das erste Land gewesen, in dem man übers Internet wählen konnte.

Am Abend ging es dann zur Finnlandia Night ins Tallink Spa & Conference Hotel, wo die mittlerweile bereits legendäre James Bond Nacht, organisiert von JCI Finnland, stattfand. Doch was halbnackte Männer auf der Bühne damit zu tun haben, werden wir an dieser Stelle nicht verraten – was auf einer Konferenz passiert, bleibt nun Mal auf einer Konferenz. Daher zum weiteren Verlauf des Abends nur so viel: JCI World President Ismail Haznedar fand sich plötzlich in einer finnische Polonäse wieder, EVP Steven Wilson konnte nur mit Mühe davon zurückgehalten werden, vor lauter Begeisterung die Bühne zu erklimmen und eine ganze Konferenz fand sich plötzlich auf einer Pool Party im Spa Bereich wieder….

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Überwindung von Grenzen. So konnte man im Rollstuhl einmal selbst erfahren, wie es ist auch nur eine kleine Rampe hochzufahren. Obwohl die Neigung wirklich sehr gering war, ging es nicht nur in die Arme, vereinzelt kam man ohne fremde Hilfe nicht mal auf die Rampe. Auch konnte man erleben, wie es nicht anfühlt, wenn man plötzlich der Sehsinn nicht mehr vorhanden ist, man auf seine restlichen Sinne angewiesen ist und sein gesamtes Vertrauen in einen Blindenhund setzt.

Und wem das noch nicht genug war, der konnte seine Grenzen beim Skispringen überwinden lernen, Ja richtig, es wurde eine Skisprunganlage aufgebaut.

Am Nachmittag gab es auch wieder interessante Vorträge wie z.B. die Geheimnisse der H.O.G. (Harleys Owner Group) mit dem echten Sound und Geruch einer Harley Davidson.

Der Abend und somit auch die Konferenz klang schließlich mit der „Nordic in Wonderland“-Party im Freedom Square parking house (nein, nicht so wie in Istanbul, auch wenn wir das Gefühl habe, es könnte eine neue Tradition werden) und der anschließenden Afterparty im Venusclub aus.

Am nächsten Tag ging es leider wieder zurück. Am Flughafen machten wir noch kurz Bekanntschaft mit der isländischen Basketball-Nationalmannschaft und irgendwann landeten wir müde und erschöpft wieder in Deutschland.

Am Ende bleibt uns nur noch zu sagen „TERVISEKS“ and see you again in Tampere or Kanazawa (or maybe Dortmund).

Nicole W. und Sandra G.